Mein Leben als Pinguin, Katarina Mazetti
erschienen am 15.07.11 im Ullstein-Verlag
304 Seiten, 8,99€ [D]
Bild und Inhalt via Ullstein-Verlag
Inhalt:
Wilma, Lehrerin und tapfere Optimistin mit Unterbiss, und Tomas,
gutaussehender, aber eher trauriger Journalist, reisen an Bord der MS Orlowskij
in die Antarktis. Zwischen Albatrossen, orangefarbenen Schwimmwesten und dem
Kapitänsdinner erfüllt sich für Wilma endlich ein großer Traum, nachdem so
viele nicht in Erfüllung gingen. Denn Touristen im ewigen Eis sind wie Pinguine
- sie finden zueinander.
Aufbau:
Das Buch ist sehr interessant aufgebaut. Es gibt einmal die Hauptgeschichte,
die aus der Sicht von den drei Protagonisten geschildert wird: Wilma, Tomas und
Alba.
Daneben gibt es noch Kapitel aus der Sicht von anderen Passagieren. Die Autorin
verweist in einem Vorwort darauf, dass man diese theoretisch einfach auslassen
könnte, wenn man das wöllte, aber ich muss sagen, dass ich es im Nachhinein ziemlich
traurig gefunden hätte, da diese Kapitel auch ziemlich amüsant waren.
Die Kapitel an sich sind auch sehr speziell meiner Meinung nach. Man hat das
Gefühl, die Charaktere sprechen den Leser direkt an. An ein paar Stellen ist
das sogar der Fall.
Charaktere:
Wilma ist Lehrerin an einer christlichen Schule und wohnt in einem kleinen Dorf
in Schweden. Als unerschütterliche Optimistin hat sie es nicht leicht mit
Tomas.
Tomas ist Journalist und ist die meiste Zeit auf Reisen. Er schwankt zwischen
Liebe und Hass seiner Exfrau gegenüber, die mit dem Nachbarn samt ihren Kindern
in die USA gezogen ist. Depressiv wie er ist, ist er die Reise eigentlich
angetreten um sein Leben zu beenden.
Alba ist eine ältere Frau, deren Körper und Seele von ihrem Alter nichts wissen
wollen. Sie hat schon die ganze Welt gesehen, überall gearbeitet und hat auf
jedem Kontinent Bekanntschaften: unter anderem Meryl Streep. Jedoch würde sie nie
mit ihren Erlebnissen prahlen. Sie macht sich einen Spaß daraus, die Passagiere
mit den Tieren zu vergleichen, die sie auf ihren Ausflügen an Land sehen.
Mit den Charakteren bin ich sehr schnell warm geworden.
Besonders Wilma, Tomas und Alba sind sympathisch. Auch wenn Tomas die meiste
Zeit missgelaunt ist, habe ich ihn doch recht schnell ins Herz geschlossen.
Andere Charaktere sind weniger liebenswürdig, jedoch sind alle sehr
unterschiedlich und für das Buch unentbehrlich.
Spannung:
Das Buch plätschert angenehm vor sich hin. Es wird nicht langweilig, jedoch hat
sich bei mir auch keine große Spannung aufgebaut. Die war auch gar nicht nötig.
Im Laufe des Romans kamen immer mehr Fragen auf, deren Antworten dem Leser
teilweise bis zum Schluss verborgen blieben.
Zum Beispiel, was es mit Wilma eigentlich auf sich hat. Hin und wieder bekommt
der Leser einen Happen hingeworfen, jedoch wurde ich persönlich daraus nicht
schlau.
Fazit:
„Mein Leben als Pinguin“ ist meiner Meinung lesenswert, da es alles mitbringt,
das ein gutes Buch benötigt: sympathische Charaktere, eine interessante
Handlung und einen angenehmen Schreibstil.
Es ist zwar nicht so spannend wie ein Thriller, aber für einen Sonntag im
Garten bestens geeignet.