Montag, 12. September 2011

Durst ist schlimmer als Heimweh - Lucy Fricke.



Durst ist schlimmer als Heimweh von Lucy Fricke
192Seiten, Gegenwartsliteratur
erschienen am 01. September 2007 (1. Auflage)
Klappentext: »Eine wirkliche Entdeckung«, so urteilte die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« über die Open-Mike-Gewinnerin 2005, die jetzt mit ihrem Roman »Durst ist schlimmer als Heimweh« die radikale Geschichte einer 16-jährigen Frau vorlegt – präzise, temporeich, schonungslos.
Ihre Jugend war hier zu Ende, und Judith wäre jetzt gerne allein gewesen. Denn schon das Wort »Gruppenabend« hatte Panik in ihr ausgelöst. Judith verabscheute Gruppen, Gruppenspiele, Gruppensport, das Wort Grup­pe klang für sie nach dem Befund einer tödlichen Krankheit: Es tut mir leid, aber Sie haben Gruppe. Wie konnte ausgerechnet sie in einer betreuten Wohngemeinschaft landen? Ohne Drogen, ohne Waffen, dafür an jeder Ecke etwas, das sie Hilfe nannten. Lieber wäre sie in einem geklauten Benz gegen die Wand gerast oder seelenruhig und vollgestopft mit Tabletten und Wodka im Comer See ertrunken. All das hätte ein Ende mit Stil sein können. Präzise und rasant erzählt Lucy Fricke in ihrem ersten Roman die Geschichte vom Ende einer desaströsen Jugend.
Mein Eindruck: Bücher, die einem sowieso nur zeigen, was im Leben alles schief gehen kann, sind für viele nicht das Richtige.
Ich persönlich lese sie ja gerne und dieses hier hat mich umgehauen.
Lucy Fricke erzählt von einem jungen Mädchen, das versucht von ganz unten wieder nach oben zu kommen, oder zumindest zurück an die Startlinie.
Ihre Protagonistin Judith will eigentlich nur vergessen können. Dass Alkohol und Drogen ihr dabei nicht helfen, ist ihr vielleicht egal oder es ist ihr nicht bewusst.
Judith läuft vor ihrem Zuhause, ihrem gewalttätigen Stiefvater und ihrer wehrlosen Mutter davon und landet schließlich in einem betreuten Wohnheim für Jugendliche, denen es ähnlich geht.
Fricke erzählt von Missbrauch, Alkohol, Drogen und Wut und das so locker leicht, als würde sie es sich gerade aus dem Ärmel schütteln.
Mich hat dieses Buch sehr bewegt und ich bin froh, dass ich es gelesen habe, weil man vor Autoren wie Lucy Fricke nur den Hut ziehen kann, sofern man denn einen hat.
Presse: »Die 16-jährige Judith ist in einer betreuten Wohngruppe für Jugendliche gestrandet. Mit Drogen, Wutausbrüchen und Selbstverstümmelung kämpft sie gegen ihre Kindheitserinnerungen: jahrelanger Missbrauch durch den gewalttätigen Stiefvater; eine Mutter, die ausschließlich mit sich selbst, mit Alkohol und der Abwehr von Schlägen beschäftigt war. Als Hoffungslose unter Hoffnungslosen torkelt sie durch Therapiesitzungen, tarnt Selbstbestrafungsjobs bei McDonalds und Otto-Versand als Perspektivsuche und versteht nichts weniger als die erste Verliebtheit. Mit ihrem grandiosen Debütroman befreit Lucy Fricke dringliche Themen aus der Pathosfalle. In ›Durst ist schlimmer als Heimweh‹ zeichnet sie ein sensibles und respektvolles Psychogramm, das mit harter und präziser Sprache das Nötige sagt und in der Auslassung das Unaussprechliche fühlbar macht. Behauptet eigentlich immer noch jemand, die Absolventen des Leipziger Literaturinstituts würden nur über Mittelschichtskoksnasen schreiben oder mit selbstmitleidiger Nabelschau langweilen?« Kulturnews 11/2007
Quellen: Klappentext und Presse bei Piper Belletristik

1 Kommentar:

  1. Ich denke, ich werde dich verfolgen, du schreibst echt über viele Dinge, die mich auch interessieren.

    Und tut mir leid wegen dem "erst 15" ;), aber das erwartet ja niemand mehr, was du hier fabrizierst in dieser Welt, in der sich anscheinend alles nur noch um Mode und Geld dreht.

    Liebste Grüße,
    Katherine

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„Besser kritisiert als ignoriert. Ich kann wunderbar leben mit schlechter Kritik.“ - Frank Farian

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