Mittwoch, 14. September 2011

Schnee.





Es war Winter. Im August brach der Winter ein.
Die Sonne hatte geschienen, es war ein wunderbarer Tag gewesen. Doch Kathi hatte gefroren.
Sie war nicht krank, das wusste sie nun. Der Doktor hatte es bestätigt. Wieso war Kathi dann so kalt und wieso fühlte sie sich gleichzeitig, als würde sie von innen herauskochen?
Ihr erster Gedanken war "Sommergrippe", aber da das nun weg fiel, konnte sie es sich nicht erklären.
Der Winter brach an diesem Tag in Kathis Kopf aus.
Der erste Schnee fiel, Es tobte ein eisiger Sturm, sodass sie das Haus nicht verlassen wollte.
Ihre Mutter wollte eigentlich zu Besuch kommen, aber auf den Straßen lag der Schnee einen Meter hoch.
kein Auto war unterwegs, der Schnee war unberührt.
Kathi sagte ihrer Mutter ab, drehte die Heizung auf, kochte Tee und verkroch sich im Bett.
Als kleines Mädchen hatte sie sich immer gewünscht, den Winter verschlafen zu können wie ein Bär oder zumindest wohin gehen zu können, wo es warm war - wie ein Vogel.
Kathi würde jetzt also Winterschlaf machen, denn sie hatte keine Flügel und auch nicht genug Geld für ein Flugticket.
Der Sturm in ihrem Kopf bereitete ihr Schmerzen, die nicht mit Aspirin zu behandeln waren.
Kathi wurde lustlos, träge und müde. Sie wurde tatsächlich irgendwie krank.
Doch als sie abermals zum Arzt ging, sagte er: "Frau Luzenko, Sie sind kerngesund, machen Sie sich keine Sorgen!"
Aber die Kopfschmerzen, hatte sie gesagt. Und das Fieber, das könne doch nicht sein.
Kathi hatte nun das Gefühl, dass ihr der Schnee bis zum Halse reichte, dass sie sich weder nach vorn noch zurück bewegen könnte und überall war Kälte.

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