Dienstag, 8. November 2011

Nichts.



Kathi war flugunfähig. Das wusste sie nun, da sie den Sturz aus dem siebten Stock scheinbar nicht überlebt hatte. Sie war tot.
Ja, da war sie sich ganz sicher. Doch wo war der Himmel, wo war sie hier? Kathi befanf sich in einem grauen Meer aus nichts.
Überall war grau, es erstreckte sich über die komplette Fläche, Es gab weder Hügel noch Täler noch irgendwelche Unebenheiten. Das Nichts hatte kein oben, kein unten, kein rechts, kein links, weder hintern, noch vorne. Es war ganz einfach überall.
Kathi setzte sich in einen Schneidersitz ins Nichts und stützte das Kinn trotzig auf den Handflächen ab.
Die Ellenbogen auf den Knien, der Blick rätselnd.
Was machte sie nun hier? Wie lange müsste sie hier bleiben? Gab es noch etwas anderes? Ein anderes Nichts oder vielleicht doch ein Etwas? Erwartete man nun irgendetwas von ihr? Sie saß dort stundenlang, so kam es ihr jedenfalls vor. Sie hatte wohl ihr Zeitgefühl verloren.
Existierte hier Zeit überhaupt? Existierte hier irgendetwas?
Nach einiger Zeit des Grübelns und des Sitzens erhob sich Kathi wieder und ging ein paar Schritte.
Sie konnte gehen so weit und so lange sie wollte, es sah sowieso alles gleich aus, dachte sie sich und lief einfach immer weiter.
Ob sie hier nun für immer laufen könnte? Sie fühlte sich einerseits erschöpft, seit sie hier angekommen war, aber andererseits war sie so ausgeruht wie seit 10 Jahren nicht mehr.
Plötzlich kam Kathi ein Gedanke. Es wäre gar nicht so übel hier, wenn sie wenigstens ein paar Bücher, einen Fernseher oder ein Radio hätte.
Vielleicht könnte sie sich ja Gegenstände herbei wünschen. Mit ihrer Vorstellungskraft sozusagen.
Kathi probierte es mit etwas Kleinem. Sie setzte sich wieder hin, diesmal, als würde sie sie meditieren wollten.
Und sie dachte an einen Apfel. Eine lange Zeit lang, sie gab sich wirklich alle Mühe. Aber nichts geschah. Weit und breit kein Apfel.
Blödes, komisches Nichts, dachte Kathi verärgert und stand auf. Mir ist jetzt schon langweilig! Wie lange soll ich das denn aushalten?
Seufzend stemmte sie die Hände in die Hüften und sah sich noch einmal um.
Hier – wo auch immer das war – gab es unendliche Weiten, die nicht gefüllt wurden. Schade eigentlich, dachte Kathi, denn mit ein bisschen Farbe, ein wenig Natur und hier und da einem Häuschen, würde es doch richtig nett aussehen.
Aber da das mit dem Apfel schon nicht geklappt hatte, würde sie das wohl auch nicht in die Tat umsetzen können.
Kathi begann sich zu langweilen. Sie legte sich auf den Rücken und starrte nach oben, aber da war Leere. Nicht einmal Wolken konnte sie beobachten.
So langsam sehnte sie sich nach ihrem Zuhause. Nach ihrem Mann und ihren beiden Kindern und ihrem Kater.
Kathi wurde plötzlich müde. Ihre Lider wurden immer schwerer und schlossen sich langsam aber sicher. Und dann schlief sie ein, oder besser gesagt, wachte sie auf.

Habe ich gerade
aus meinem PC gekramt.
Ist ein bisschen älter
aber ich hoffe, es gefällt
trotzdem.

1 Kommentar:

  1. ja, ich fahr morgen zu amelie und hab ihr auch was auf der seite gefunden. aber psst :S :D vor allem ist es echt einzigartig.

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