Dienstag, 22. November 2011

Wer ist Bobby?


Meine Eltern lieben mich nicht. Mein Vater schlägt mich. Ich habe meinen Bruder nie kennen gelernt. Meine Eltern sind geschieden. Meine Mutter ist gegangen, als ich drei Jahre alt war. Mein Vater hat jedes Wochenende eine Neue. Meine Eltern sind tot...
Heutzutage überlebt man nicht ohne ein anständiges Trauma, das ist irgendwie zum Trend geworden. Jeder Mensch hat irgendetwas dramatisches in seiner Kindheit oder Jugend erlebt. Und jeder denkt, er wäre der einzige mit Problemen.
Der einzige, der zum Psychotherapeuten  geht und der einzige, der in seinem Leben schon einmal den Suizid als Möglichkeit in Betracht gezogen hat.
Blogs sind doch schon eine tolle Sache. Man erfährt Dinge über Menschen, die man überhaupt nicht kennt und oft sind das Dinge, die einen überhaupt nicht interessieren. Trotzdem schreibt man sie und trotzdem werden sie gelesen.
Von anderen Menschen, die man nicht kennt. Schließlich ist das World Wide Web ja groß.
Und es gibt so viele verschiedene Arten von Blogs. Einer schreibt über sein Haustier, der andere über seine Arbeit oder sein Studium, der andere kocht gerne und der andere liest für sein Leben gern. Das sind die Blogs, die für gewöhnlich gelten, oder? Sowas sieht man oft und sowas liest man auch oft - auch wenn man keine Ahnung hat, wer Bobby ist, aber es ist lustig, was er da macht.
Und dann gibt es noch diese Art von Blogs, die ich persönlich nicht so gerne lese. Geschrieben von Leuten, die ganz dringend eine ärztliche Behandlung brauchen. (Und strickt mir daraus jetzt bitte keinen Strick.)
Sechzehnjährige mit Essstörungen, Magersüchtige, Borderline-Patienten, und so weiter und so fort. Ein Meer aus Hilferufen.
Was ich mit diesem Blogpost eigentlich zu sagen versuche, ist, dass kein Mensch ohne Narben und Schrammen davon kommen wird.
Ob es nun am Verlust geliebter Menschen liegt, an einer Krankheit, an Depressionen oder an schlechten Erfahrungen im Thema Liebe liegt. (Diese Liste ist nach Belieben zu verlängern möglich.)
Irgendetwas prägt einen doch immer und um ehrlich zu sein nerven mich die Blogs (ich muss gestehen, meistens werden sie von Jugendlichen in meinem Alter geschrieben), die von Liebeskummer und Ich-bin-zwar-schon-untergewichtig-aber-ich-fühle-mich-trotzdem-noch-zu-fett-Geschichten handeln.
Aber was will man machen. Heutzutage überlebt man nicht ohne ein anständiges Trauma.

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