Samstag, 17. Dezember 2011

Spiegelwelt.



Draußen fiel der Schnee. Leise und behutsam rieselten die Flocken vom Himmel herab.
Wo die wohl schon waren und was sie dort gesehen haben?
Sie stand vor dem Spiegel und konnte den Blick nicht abwenden. Schon seit einer Ewigkeit starrte sie ihr Spiegelbild an und konnte nicht begreifen, wie das passiert war.
Seit wann sahen ihre Augen so traurig und ihre Lippen so müde aus? Wie lange hatte sie die Grübchen schon nicht mehr gesehen, die sie hatte, wenn sie lächelte?
Seit wann machte sie so einen verzweifelten Eindruck? Hatte sie abgenommen? Ihr Gesicht sah so eingefallen aus.
Wenn sie so lange in den Spiegel sah, fielen ihr Dinge auf, die sie sonst nie beachtete.
Sie veränderte sich dann, ihre Haut wurde gelb und grün, ihr wuchsen kleine Hörner, ihre Haare waren plötzlich zottelig und sie bekam Fangzähne. Sie verwandelte sich mit jeder Minute, die sie in den Spiegel starrte mehr und mehr in ein Monster, dessen sie sich gar nicht bewusst war. Und plötzlich weinte das Monster im Spiegel. 

1 Kommentar:

„Besser kritisiert als ignoriert. Ich kann wunderbar leben mit schlechter Kritik.“ - Frank Farian

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