Sonntag, 29. Januar 2012

Hier ist das tiefste Geheimnis, das keiner kennt.



Hier ist das tiefste Geheimnis, das keiner kennt.
Ich trage dein Herz bei mir - E.E. Cummings

Ich war schon immer auf der Suche gewesen. Auf der Suche nach Menschen, die mir ähnlich sind, nach dem Gefühl vor Freude im Regen tanzen zu wollen, und nach dem Moment.

Ich hatte nie Menschen gefunden, die mir ähnlich waren, ich hatte auch nie im Regen getanzt und der Moment...der blieb aus.
Mein ganzes Leben war immer strikt durchgeplant gewesen. Von der Klavierstunde bis hin zum College.
Ich hatte einen Plan für mich. Ich wollte mein Abitur machen, dann studieren, in eine große Stadt ziehen, dort als Journalistin arbeiten, mir den Mann für’s Leben suchen, heiraten, ein Haus kaufen, zwei Kinder bekommen und einen Hund haben.
Ich wollte später, wenn mein Mann und ich alt und grau sein würden, auf einer Hollywoodschaukel auf der Veranda sitzen, Pullover für meine Enkel stricken und Tee trinken. Ich hatte vor die wahre Liebe zu finden und für immer mit ihm zusammen zu bleiben. Ja, ich hatte mein Leben durchgeplant. Vom Anfang bis zum Ende. Diesen Plan hatte ich in der fünften Klasse auf rosarotem Papier mit Herzchen entworfen.
Und dieses Blatt verstaute ich seitdem in einem Karton unter meinem Bett. Zusammen mit meinen wertvollsten Schätzen.
Man könnte sagen, ich wusste schon immer ganz genau, was ich will.

Wenn man ein Kind fragt, was es später mal werden möchte, sagt es vielleicht Astronaut, Feuerwehrmann, Lehrerin oder Prinzessin. Zwei, drei Jahre später würden die Antworten etwas anders ausfallen und nochmal fünf Jahre später werden es vielleicht sogar wirklich realistische Vorstellungen. Aber man weiß nie, was auf einen zu kommt.
Ich war immer ein gutes Kind, habe nie großen Ärger bereitet und mich, als ich älter wurde, nachts nie mit irgendwelchen Jungs rumgetrieben, habe immer fleißig für die Schule gelernt und meinen Plan vor Augen gehabt.

Ich habe es nie gefunden. Seien es die Menschen, das Gefühl oder der Moment. Oder andere unzählige Dinge, nach denen ich gesucht habe.
Ich habe auch nie die Ecke in der Gesellschaft gefunden, in die ich wirklich reinpasste. Überall fühlte ich mich, als würde ich nicht dazu gehören.
Aber ich war nicht unglücklich darüber. Es gab dann einen Zeitpunkt, an dem das „wie“ keine Rolle mehr für mich spielte.
Es war mir egal, dass diese Menschen nicht so waren, wie ich. Und es war mir egal, dass dieses Gefühl zwar gelegentlich da war, aber ich mich nie traute, es heraus zu lassen und es war mir egal, dass ich nie für den Moment lebte, sondern immer für den darauf.

Ich hatte immer Ausschau nach diesen Dingen gehalten…aber in Wirklichkeit war ich immer au
f der Suche nach mir selbst.

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