Samstag, 20. Oktober 2012

Eigentlich war ich wunschlos glücklich.


Eigentlich war ich wunschlos glücklich. Ich hatte mich wirklich nicht beklagen können, besser hätte es nicht sein können.
Doch dann kamst du in mein Leben. Du und deine strubbeligen Haare und deine azurblauen Augen. Deine Hände, die nur Schönes hervor brachten, deine Stimme, der ich stundenlang hätte lauschen können. Dein gutmütiges Wesen, das jeden Raum füllte, auch den in meinem Herzen.
Eigentlich war ich wunschlos glücklich. Doch dann kamst du und plötzlich waren da so viele Wünsche offen.
Ich konnte nachts nicht schlafen, weil ich mich nach Geborgenheit sehnte und nach jemandem, der die andere Seite des Bettes füllte.
Von jetzt auf nachher war es mir nicht mehr genug, Sonntagmorgens einen Kaffee und ein Brötchen am Tresen zu frühstücken. Genauso wenig wie ich abends nicht mehr alleine meine Serie anschauen oder alleine zu Familienfeiern gehen wollte.
Du hast mich gelehrt wie das Glück schmeckt, wenn man es in vollen Zügen genießt und du brachtest mir bei wie man das Leben lebt, das man tagtäglich für viel zu selbstverständlich hält. Ich gab mich mit „in Ordnung“ zufrieden, wo ich doch auch ein „super“ hätte haben können. So viele Farben, die ich nie richtig wahrgenommen hatte, waren sie doch immer von einem Schleier namens „Mittelmäßigkeit“ bedeckt gewesen. Deine bloße Präsenz hatte die Kraft gehabt mir diesen Schleier zu nehmen und war ich auch bis zu diesem Zeitpunkt blind: nun konnte ich sehen.
Doch dann lehrtest du mich noch etwas. „Nichts ist für die Ewigkeit“ hieß diese Lektion. Vielleicht war sie die wichtigste von allen, denn sie tat am meisten weh.
Du warst plötzlich weg und hinterließt Lücken in meinem ach so perfekten Leben. Lücken, die es mir nun nicht mehr zu füllen gelingt. Lücken, die viel Raum für Wünsche lassen.

Kommentare:

  1. Hach, das kenn ich nur zu gut!
    Ach ich HASSE diese Haarfarbe. :(

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  2. Haha, nein wie gesagt, ich hab keinen Bock mehr auf blond, aber wenn würd ich sie mir ganz blond färben. Bleib aber lieber bei dem rötlichen braun. Trotzdem lieb von dir.

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  3. Ui, ein toller Text. Man fühlt bis zum letzen Wort mit. Erst himmelhoch jauchzend und dann zu Tode betrübt. Schöner Text und das Bild dazu perfekt.

    Viele Grüße, Yvonne von Ewigkeitsmomente (ehemals Tintenklekks)

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  4. So schön geschrieben! Und das Bild ist einfach wundervoll<3

    LG
    Christiane
    http://bikelovin.blogspot.de/

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„Besser kritisiert als ignoriert. Ich kann wunderbar leben mit schlechter Kritik.“ - Frank Farian

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